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Lacrosse

Herren-Lacrosse

Lacrosse (gelegentlich mit "Lax" abgekürzt), Feldspiel für zwei Mannschaften. Es wird mit einem Ball und mit einem Schläger (Crosse) gespielt. Der Crosse ist mit einem Fangnetz versehen. Damit wird der Ball gefangen, getragen und geworfen. Ursprünglich spielten die Ureinwohner Nordamerikas dieses Spiel als Training zur Kriegsführung. Sie nannten es Baggataway. Später übernahmen die Frankokanadier dieses Spiel. Sie bezeichneten den oberen Teil des Schlägers als la crosse, weil er einem Bischofskrummstab ähnelt. Die National Lacrosse Association (jetzt Canadian Lacrosse Association) wurde 1867 als Dachverband gegründet. Seither ist Lacrosse zum kanadischen Nationalspiel geworden.

Damen-Lacrosse

Das Spiel wird auch in einigen europäischen Ländern gespielt und ist seit 1880 auch in den USA weit verbreitet. Lacrosse war zuerst hauptsächlich in Colleges im Osten und im Süden der USA beliebt. Es verbreitete sich nach und nach im ganzen Land und wurde in die Sportprogramme von High Schools und Sportvereinen aufgenommen. Die United States Intercollegiate Lacrosse Association ist für Spiele der Herren zuständig. Sie wurde 1970 der National Collegiate Athletic Association (NCAA) angegliedert. Die NCAA führt Meisterschaften der Division I und Division III durch. Das NCAA Men's Lacrosse Committee (Komitee des NCAA für Lacrosse der Herren) wählt zwölf Mannschaften zur Teilnahme an der Meisterschaft in der Division I und acht Mannschaften zur Teilnahme an der Meisterschaft der Division III aus. Beide Meisterschaften werden am Wochenende des Memorial Day (amerikanischer Volkstrauertag) auf einem vorher festgelegten öffentlichen Spielfeld ausgetragen. Für das Spiel der Damen ist die United States Women's Lacrosse Association zuständig. Die NCAA führte Damenmeisterschaften im Lacrosse zum ersten Mal 1982 durch. Das NCAA Women's Lacrosse Committee (Komitee des NCAA für Lacrosse der Damen) wählt sechs Mannschaften zur Teilnahme an der National Collegiate Championship und acht Mannschaften zur Teilnahme an der Meisterschaft in der Division III aus.

Ausrüstung

Zweikampf

Lacrosse der Herren wird auf einem 55 Meter breiten und 100 Meter langen Feld gespielt. Hinter jedem Tor ist ein 14 Meter breiter Freiraum. Die Regeln für Lacrosse der Damen schreiben keine festen Begrenzungen vor. Es wird aber vorzugsweise auf einem 64 Meter breiten und 110 Meter langen Feld gespielt. Jedes Tor besteht aus zwei 1,80 Meter hohen Pfosten, die oben mit einer 1,80 Meter breiten Querstange verbunden sind. Ein an der Vorderseite offenes, pyramidenförmiges Netz wird an Pfosten und Querstange sowie an seinem Scheitelpunkt 2,10 Meter hinter der Torlinie befestigt. Der Ball besteht aus Hartgummi und hat einen Umfang von üblicherweise etwa 20 Zentimetern (7H bis acht Zoll) und ein Gewicht von etwa 145 Gramm (fünf bis 53 Unzen). Der Schläger ist bei den Herren zwischen 102 und 183 Zentimeter und bei den Damen zwischen 92 und 112 Zentimeter lang. Der obere Teil des Schlägers ist gekrümmt. Um den gekrümmten Teil herum sind Schnüre aus Leder, starkem Zwirn oder Leinenkordeln zu einem Netz verwoben. Heute benutzen die Feldspieler einen Schläger mit einem Griff aus Aluminium, Graphit oder Holz. Nur der Schläger des Torhüters darf breiter als etwa 25 Zentimeter sein.

Eine Herrenmannschaft besteht aus zehn Spielern, eine Damenmannschaft aus zwölf Spielerinnen. In Kanada spielt man eine beliebte Unterart von Lacrosse namens Box lacrosse, bei der Mannschaften mit je sechs Spielern auf einem von Banden umgebenen Feld von 27 Meter Breite und 54 bis 61 Meter Länge mit hartem Belag gegeneinander antreten. In den USA gibt es in dieser Art von Lacrosse eine Profiliga, die Major Indoor Lacrosse League. In der amerikanischen Variante ist die 60-minütige Spielzeit des Feldspieles in vier Spielabschnitte oder Viertel unterteilt, wobei jede Mannschaft pro Halbzeit zwei Auszeiten nehmen darf. Zwischen dem ersten und dem zweiten sowie dem dritten und dem vierten Spielabschnitt gibt es jeweils zwei Minuten, zwischen dem zweiten und dem dritten Abschnitt zehn Minuten Spielpause. Bei den Damen gibt es zwei 25-minütige Spielabschnitte mit einer zehnminütigen Halbzeitpause.

Spielregeln

Eine Herrenmannschaft besteht aus einem Torhüter, drei Angriffsspielern, drei Mittelfeldspielern und drei Abwehrspielern. Eine Damenmannschaft setzt sich aus sechs Defensiv- und sechs Offensivspieler-innen zusammen. Der Torhüter hat wie jeder andere Spieler einen Schläger, er darf das Tor aber auch mit dem Körper und mit den Händen verteidigen. Ersatzspieler sind erlaubt. Die Spieler tragen üblicherweise Turnhemden, kurze Hosen und Stollenschuhe. Zur Schutzausrüstung der Herren gehören Helme mit einem Gesichtsschutz aus Stahldraht, leichte Schulter- und Armpolster sowie Handschuhe ähnlich wie beim Eishockey.

Das Ziel des Spieles ist es, den Ball mit dem Schläger zwischen die Torpfosten der gegnerischen Mannschaft zu befördern. Im Allgemeinen gelten folgende Spielregeln: Jedes Tor zählt als ein Punkt und die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt, gewinnt. Steht es bei den Herren am Ende der Spielzeit unentschieden, gibt es so lange vierminütige Nachspielzeiten, bis ein Tor fällt. Steht es bei den Damen unentschieden, wird zweimal drei Minuten nachgespielt. Steht es immer noch unentschieden, wird wie bei den Herren nachgespielt, bis das entscheidende Tor fällt.

Das Spiel beginnt durch das Face: Bei den Herren stehen sich in der Mitte des Spielfeldes jeweils zwei Spieler mit dem Rücken zum eigenen Tor und dem Schläger am Boden gegenüber. Der Ball liegt zwischen den Schlägern. Auf ein Zeichen des Schiedsrichters ziehen sie die Schläger zum eigenen Körper hin, wobei beide Spieler versuchen, den Ball aufzunehmen. Das Spiel der Damen beginnt anders. Der Ball wird hier zwischen den Schlägern von zwei Gegenspielerinnen festgehalten. Auf das Zeichen des Schiedsrichters versuchen die Spielerinnen, in Ballbesitz zu kommen. Der Ball darf grundsätzlich nicht mit der Hand berührt werden. Die Spieler dürfen den Ball nur mit dem Schläger fangen, tragen und werfen. Ballabgabe kann in jede Richtung, rückwärts, vorwärts oder seitwärts, geschehen. Weite Würfe sind erlaubt, aber selten. Ein Spieler läuft normalerweise so lange mit dem Ball, bis er ihn an ein nahestehendes Mannschaftsmitglied abgeben kann. Ein Spieler kann einen gegnerischen Spieler, der gerade den Ball annimmt oder in Ballbesitz ist, aus seiner Feldposition drängen oder ihn mit einem so genannten Bodycheck (Körperangriff) stoppen. Ein Bodycheck darf nicht von hinten erfolgen. Der Angreifer darf auch nicht mit seinem ganzen Körper in die Luft springen. Er muss einen Fuß auf dem Boden lassen, während er sich gegen einen anderen Spieler wirft. Der Schläger darf auch dazu benutzt werden, um den Ball aus dem Schläger eines Gegenspielers zu entfernen. Beim Spiel der Damen ist jeder Körperkontakt verboten.

Der Ball befindet sich innerhalb der Feldbegrenzungen und im Freiraum hinter den Toren im Spiel. Wird der Ball über den Spielfeldrand geworfen oder verlässt ein Spieler mit dem Ball das Spielfeld, erhält an dieser Stelle ein Gegenspieler einen Freiwurf - d. h., der Ball wird dem Gegenspieler in den Schläger gelegt, und das Spiel wird mit dem Pfiff des Schiedsrichters fortgesetzt. Innerhalb einer 18 Meter breiten Zone vor dem Tor gibt es keine Freiwürfe. Ein technisches Foul (ein kleinerer Regelverstoß) wird durch eine Zeitstrafe von 30 Sekunden für den Verursacher oder durch einen Freiwurf für den Gegenspieler geahndet. Für ein Körperfoul, d. h. einen schwereren Regelverstoß wie Beinstellen oder Stoßen, einen unerlaubten Körperangriff oder eine unnötige Grobheit, erhält der Verursacher eine Zeitstrafe von einer bis drei Minuten. Beim Damenspiel ist die Strafe für einen Regelverstoß eine so genannte Freistellung (free position). Die Defensivspielerinnen müssen 2,70 Meter hinter der freigestellten Spielerin stehen. Diese Spielerin kann dann einen Torschuss versuchen oder den Ball an eine Mitspielerin abgeben. Die Regeln für das Spiel der Damen sehen keine Zeitstrafen vor.